Veranlagungsberichte

4. Quartal 2023

Marktrückblick

Das vergangene Jahr endete an den Finanzmärkten im 4. Quartal überwiegend positiv. Ein wesentlicher Auslöser war der sich abzeichnende Kurswechsel der Notenbanken. Die Europäische Zentralbank (EZB) erhöhte im September ihren Leitzins ein letztes Mal, gab jedoch zu verstehen, dass dies der abschließende Schritt sein würde. Im Gegensatz dazu hatte die US-Notenbank (Fed) noch eine weitere Zinserhöhung im vierten Quartal geplant. Dies führte zu anfänglichen Verlusten auf den Anleihenmärkten. Als die Fed später signalisierte, diese Zinsanhebung nicht vorzunehmen, änderte sich die Dynamik deutlich. Die Sorge vor weiteren Zinserhöhungen wich der Spekulation, wann die erste Zinssenkung eintreten könnte. Die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen fielen in den USA von 5% auf unter 4% und in Deutschland von 3% auf unter 2%. Dies führte zu einem deutlichen Kursanstieg bei den Anleihen, da sich Zinssätze und Anleihekurse gegenläufig verhalten. Auch Aktien profitierten von diesem Zinsrückgang und verzeichneten deutliche Gewinne. Im 4. Quartal stiegen auch die Aktien kleinerer Unternehmen, während in den vorangegangenen Quartalen vor allem große Technologiekonzerne Kursgewinne erzielen konnten. Trotz der Anschläge der Hamas auf Israel am 7. Oktober und einer unsichereren Lage im Nahen Osten blieb der Ölpreis schwach, was die Finanzmärkte somit nicht belastete. Rohstoffe verloren im 4. Quartal im Gegensatz zum positiven Trend in anderen Assetklassen generell an Wert, wobei nur Gold leicht zulegen konnte.

Performance und Anlagestrategie

Grafik: VK-Asset Allocation Q4 2023 Branchenvergleich 2004 - Q4/2023

Seit Beginn der ÖKB Performancemessung 2004 konnte die VBV-Vorsorgekasse mit einer Performance von +2,38% p.a. ein besseres Ergebnis als der Durchschnitt der Vorsorgekassen erzielen. Im Vorjahr lag die Performance bei +3,80% % (laut ÖKB, Durchschnitt aller Vorsorgekassen: +4,42%). Anleihen trugen am meisten zur Performance bei, gefolgt von Aktien, Held to Maturity- und Darlehensportfolio sowie Geldmarktveranlagungen. Immobilien verzeichneten ein leicht negatives Ergebnis.

Marktausblick

Im vergangenen Jahr verzeichneten die Inflationsraten einen deutlichen Rückgang. In der Eurozone sanken sie von ihrem Höchststand von 10,6% im Jahr 2022 auf 2,4% im November, wobei die Inflationsrate in Österreich noch merklich höher liegt. Aktuell scheint sich der Preisauftrieb in den meisten Ländern auf Niveaus oberhalb des von den Notenbanken angestrebten Ziels von 2% zu stabilisieren. Die zu Jahresbeginn hochgeschraubten Erwartungen bezüglich Zinssenkungen wurden von den Währungshütern anschließend spürbar gedämpft. Als frühestmöglichen Zeitpunkt für eine erste Zinssenkung signalisierten die Notenbanken nun den Juni. Damit wurde klargestellt, dass die anfängliche Hoffnung der Investoren auf Zinsreduktionen von über 1,50% für 2024 wenig wahrscheinlich ist. Derzeit wird eher davon ausgegangen, dass rund die Hälfte dieses Betrags realistisch ist, was drei Zinssenkungen in Höhe von insgesamt 0,75% entspricht.

Die Bewertung der Finanzmärkte zur weiteren Zinsentwicklung hängt nun konkret davon ab, ob der zum Jahreswechsel festgestellte leicht beschleunigte Preisauftrieb nur vorübergehend war und die Zielmarke von 2% bald erreicht werden kann. Oder ob dieses Ziel in Zeiten von Vollbeschäftigung in den meisten Ländern vorerst als unwahrscheinlich angesehen werden muss. Die Prognosen der Ökonomen deuten derzeit nicht auf einen starken Wirtschaftseinbruch hin, der die Notenbanken zu raschen Zinsreduktionen veranlassen würde. Allerdings könnte gerade das sich abzeichnende Szenario dauerhaft höherer Zinsen die Konjunktur zunehmend belasten. Einige der großen Industrienationen, wie Japan und das Vereinigte Königreich, haben bereits zwei negative Quartale im Wirtschaftswachstum verzeichnet und damit Anzeichen einer, wenn auch nur leichten, Rezession gezeigt. Deutschland dürfte nach aktuellen Prognosen ebenfalls in einer Rezession stecken, während die gesamte Eurozone nur schwach wächst. Interessanterweise scheinen die Aktienmärkte relativ wenig von Wirtschaftsdaten beeinflusst zu werden und entwickeln sich dank des Booms im Bereich künstliche Intelligenz sowie der Unternehmen, die besonders davon profitieren, weiterhin positiv.

 

*31.12.2023
ytd

*3J.
absolut

*5J.
absolut

*OeKB
Start
absolut

1.1.2004

*OeKB
Start
p.a.

1.1.2004

Seit
Gründung
absolut

1.1.2003

Seit
Gründung
p.a.

1.1.2003

VBV

3,80

0,04

9,94

60,09

2,38

66,86

2,47

Branche

4,42

0,21

7,41

51,56

2,10

57,16

2,18

*Die Österreichische Kontrollbank (OeKB) ermittelt seit 1.1.2004 die Performances der Vorsorgekassen. Quelle: OeKB Kapitalmarkt Services/FinanzDatenService, Geschäftsberichte 

Marktentwicklung

MARKTENTWICKLUNG Q4/2023      
       
  Stand per 31.12.2023 Wert Ultimo 2022 Performance laufendes Jahr
       
EURIBOR (3 Monate) 3,91% 2,13%  
       
10-jährige Österreichische Staatsanleihen 2,58% 3,17%  
FTSE Euro Broad Inv. Grade Bond Index 221,08 206,14 7,25%
       
MSCI World ESG 196,34 159,07 23,43%
S&P 500 4.769,83 3.839,50 24,23%
Euro Stoxx 50 4.521,65 3.793,62 19,19%
VÖNIX* 1.430,84 1.223,84 16,91%
       
EUR/USD 1,1039 1,0705 3,12%
Gold 2.062,98 1.824,02 13,10%
Öl (Brent) 77,06 85,99 -10,38%

 * nachhaltiger Aktienindex österreichischer Unternehmen 

https://www.wienerborse.at/indizes/aktuelle-indexwerte/uebersicht/?ISIN=AT0000496906&market=wbag&typo3=0&news=0&products=1&ID_NOTATION=21919814