Veranlagungsberichte

3. Quartal 2023

Marktrückblick

Im dritten Quartal gab es auffällige Unterschiede im Wirtschaftswachstum zwischen den USA und der Eurozone. Die US-Wirtschaft wuchs auf Jahresbasis um etwa 5%, während in der Eurozone die Gefahr einer Rezession zunahm. Dort schrumpfte die Wirtschaftsleistung erstmals seit dem Lockdown im Frühjahr 2020. In den USA, aber auch in sehr vielen anderen Ländern, darunter auch Österreich und Deutschland, gab es sehr eingetrübte Stimmungsindikatoren (u.a. bei den Unternehmen). Für Österreich und Deutschland erwarten Wirtschaftsforschungsinstitute eine mögliche Rezession. Trotz dieser Herausforderungen stiegen die Zinsen weiter an. Die Europäische Zentralbank (EZB) erhöhte den Leitzins im Juli und September jeweils um 0,25%, nachdem sie dies bereits zehn Mal in Folge getan hatte und damit den Einlagenzinssatz auf den Rekordwert von 4% steigen ließ. Die EZB signalisierte jedoch, vorerst keine weiteren Zinserhöhungen vorzunehmen. 
Die US-Notenbank Fed erhöhte die Zinsen im Juli, entschied sich jedoch im September gegen eine weitere Erhöhung und hat seither dieses Vorgehen beibehalten.
Beide Zentralbanken gaben jedoch an, das aktuelle Zinsniveau für eine längere Zeit beizubehalten, obwohl die Finanzmärkte baldige Zinssenkungen erwartet hatten. Dies führte dazu, dass langfristige Anleihen an Wert verloren, da hohe Zinsen bestehende festverzinsliche Anleihen im Vergleich zu neuen Anleihen unattraktiv machen. Die gestiegenen Zinsen belasteten auch den Aktienmarkt, weil durch sie ein Investment in Aktien relativ gesehen unattraktiver wurde. Besonders betroffen waren Unternehmen mit hohem Finanzierungsbedarf, wie jene aus dem Bereich der erneuerbaren Energien.

Performance und Anlagestrategie

In den ersten drei Quartalen verzeichnete die VBV-Vorsorgekasse eine Performance von +0,26% (laut ÖKB, Durchschnitt aller Vorsorgekassen: +1,22%). 
Der Beitrag der Anlageklassen war in diesem Zeitraum unterschiedlich. Aktien verzeichneten im 3. Quartal Verluste, konnten jedoch auf Jahressicht leichte Gewinne verbuchen. Anleihen schlossen mit einer negativen Quartalsperformance ab und rutschten für das gesamte Jahr ins Minus. 
Gewinne kamen aus dem stabilen "Held to Maturity"- und Darlehensportfolio der VBV-Vorsorgekasse. Geldmarktveranlagungen, Immobilien und Alternative Investments verzeichneten im bisherigen Jahr ebenfalls jeweils leichte Gewinne.
Seit dem Beginn der Performancemessung durch die ÖKB im Jahr 2004 konnte die VBV-Vorsorgekasse eine jährliche Performance von +2,23% erzielen, was besser ist als der Durchschnitt aller Vorsorgekassen (laut ÖKB +1,97% p.a.). Dies gilt auch über die letzten 10 und 15 Jahre sowie für die kürzeren Zeiträume von 3 und 5 Jahren (jeweils laut ÖKB).

Marktausblick

Das vierte Quartal begann zunächst schwach für sowohl Aktien als auch Anleihen, beeinflusst durch erneute Aussagen von Notenbankern, die betonten, dass der Kampf gegen die Inflation noch nicht gewonnen sei. Besser als erwartete Inflationsdaten, insbesondere in der Eurozone, wo die Inflation auf 2,4% fiel (nach über 10% vor einem Jahr), trugen jedoch zu einer positiven Stimmung an den Finanzmärkten bei. Der November war für Aktien und Anleihen einer der besten Monate seit langem. Gleichzeitig deuten jedoch Anzeichen auf eine weiter abnehmende Weltkonjunktur hin.
Trotz des starken Wirtschaftswachstums zeigt der US-Arbeitsmarkt zunehmende Schwächen, was oft auf Rezessionen hindeutet. Obwohl die Eurozone im dritten Quartal eine schrumpfende Wirtschaftsleistung verzeichnete, wird offiziell noch von einem "Soft Landing" ausgegangen, einer Wirtschaftsabschwächung ohne Rezession, so auch in der kürzlich veröffentlichten Herbstprognose der EU-Kommission. Der Arbeitsmarkt in der Eurozone zeigt sich bislang noch relativ widerstandsfähig.
Aktuell werden schlechte Konjunkturdaten an den Aktienmärkten wohlwollend aufgenommen, da dies die Gefahr weiter steigender Zinsen verringert. Der Fokus richtet sich nun darauf, wann es nach den massiven Zinsanhebungen zu den ersten Zinssenkungen durch die Notenbanken kommen könnte. Derzeit wird dies sowohl in den USA als auch in der Eurozone für das zweite Quartal 2024 erwartet. Es gibt jedoch zunehmende Spekulationen, dass dies aufgrund der günstigen Inflationsentwicklung möglicherweise bereits im März 2024 geschehen könnte.
Die jüngste unsichere geopolitische Lage hatte bisher wenig Einfluss auf die Finanzmärkte. Die Anschläge der Hamas auf Israel im Oktober und der folgende Krieg haben die Märkte bisher nur kurzzeitig beeinträchtigt. Eine Eskalation des Konflikts und eine direkte Beteiligung von Ölexportländern wie dem Iran könnten jedoch die Situation ändern.

 

*30.09.2023
ytd

*3J.
absolut

*5J.
absolut

*OeKB
Start
absolut

1.1.2004

*OeKB
Start
p.a.

1.1.2004

Seit
Gründung
absolut

1.1.2003

Seit
Gründung
p.a.

1.1.2003

VBV

0,26

-0,05

4,55

54,64

2,23

61,15

2,33

Branche

1,22

-0,43

2,17

46,91

1,97

52,32

2,05

*Die Österreichische Kontrollbank (OeKB) ermittelt seit 1.1.2004 die Performances der Vorsorgekassen. Quelle: OeKB Kapitalmarkt Services/FinanzDatenService, Geschäftsberichte

Marktentwicklung

MARKTENTWICKLUNG Q3/2023
  Stand per 30.09.2023 Wert Ultimo 2022 Performance laufendes Jahr
       
EURIBOR (3 Monate) 3,95% 2,13%  
       
10-jährige Österreichische Staatsanleihen 3,44% 3,17%  
FTSE Euro Broad Inv. Grade Bond Index 207,52 206,14 0,67%
       
MSCI World ESG 176,02 159,07 10,66%
S&P 500 4.288,05 3.839,50 11,68%
Euro Stoxx 50 4.174,66 3.793,62 10,04%
VÖNIX* 1.295,44 1.223,84 5,85%
       
EUR/USD 1,0573 1,0705 -1,23%
Gold 1.848,63 1.824,02 1,35%
Öl (Brent) 95,24 85,99 10,76%
         

ESG-Reporting Q3 2023